Tipps und Tricks für das Arbeiten mit Labview

Hier sind einige nützliche Informationen zusammengestellt, die das Arbeiten und die Programmierung mit Labview einfacher und effizienter machen. Die Angegebenen Tastenkürzel beziehen sich (im Moment noch) ausschließlich auf die Windows-Version von Labview. Linux-Tastenkombinationen folgen in Kürze. Viel Spaß beim Lesen!

Übersicht:

Zusäzliches "überflüssiges" Labview-Fenster auf der Taskleiste verbergen

Wenn eine eigenstädige Anwendung kompiliert wird, erscheint bei Ausführung auf der Taskleiste ein zweites, nicht maximierbares Programmsymbol. Dieses lässt sich durch eine ini-Datei unterdrücken, in der

hideRootWindow=True

eingetragen ist. Die ini-Datei muss den gleichen Namen haben wie die exe-Datei, z.B. heisst das Programm "Anwendung.exe", dann nennen Sie die ini-Datei "Anwendung.ini" und kopieren die Datei in das selbe Verzeichnis in dem sich Ihre Programmdatei befindet.

ubuntu-Installation von LabVIEW für Linux/
ubuntu-Installation des Application Builders für Linux

LabVIEW für Linux wird in "*.rpm"-Paketen ausgeliefert und läßt sich normalerweise problemlos unter den von National Instruments definierten, RPM-Basierten Distributionen wie z.B. opensuse Linux installieren.

ubuntu verwendet aber das debian-Paktesystem "*.deb". Eine Installation ist damit nicht ohne weiteres möglich, die Pakete müßen zuerst konvertiert werden. Die Vorgehensweise wird hier am Beispiel der Installation von ubuntu 9.10 (64 Bit, funktioniert auch mit ubuntu 10.04) und LabVIEW 2009 für Linux und Application Builder beschrieben, das Verfahren sollte sich aber auf viele andere Debian-basierende Linux-Distributionen (z.B. Debian, Knoppix) übertragen lassen.

Wichtiger Hinweise: Diese Anleitung ist nur ein Vorschlag wie Sie LabVIEW unter ubuntu installieren könnten. Installieren Sie Labview wie hier vorgeschlagen, handeln Sie auf eigene Gefahr und auf eigene Verantwortung. Keine Haftung auf Schäden (z.B. Datenverlust)! Bitte beachten Sie auch Ihre Lizenzbestimmungen.

Mit dem hier beschriebenen Verfahren lässt sich LabVIEW 2009 unter z.B. ubuntu intallieren. LabVIEW selbst funktioniert nacht der Installation problemlos. Einzige -bisher gefundene- Einschränkung ist, dass sich Passwort-geschützte VIs nicht öffen lassen - das Passwort wird nicht akzeptiert.
Die relativ Problemlose Installation gilt aber leider nicht für NI-VISA und NI488, diese Pakete lassen sich so nicht installieren. Benötigen Sie NI-VISA, dann müssen Sie auf z.B. eine "virtual machine" mit einer von NI unterstützten Linux-Distribution ausweichen. Haben Sie eine Lösung gefunden? Ich bin sehr interessiert!

Nachtrag: Es gibt ein Verfahren zur Installation unter ubuntu 10.04 / 32 bit mit der neuesten VISA-beta-Version, habe es allerdings selbst noch nicht getestet.

1. Konvertieren der Pakete RPM -> deb:

Sie benötigen u.a.:
  • Labview für Linux und optional den Application Builder
  • einen Rechner oder eine "Virtual Machine" mit 32-Bit-Linux-System (nur zum Konvertieren)
Die Konvertierung wird mit dem Linux-Werkzeug "alien" durchgeführt. Sollte "alien" auf Ihren System nicht verfügbar sein, installeren Sie es mit
christian@aero-linux:~$ sudo apt-get install alien

Hinweis: Da die LabVIEW-RPM-Pakete für 32 Bit-Architektur sind, funktioniert die Konvertierung leider nur auf einem 32-Bit-System. Zumindest für die Konvertierung benötigen Sie ein System mit einer 32-Bit-Installation. Jedes 32-Bit-Linux mit installiertem "alien" sollte geeignet sein. Steht ihnen kein 32-Bit-System zur Verfügung, können Sie alternativ auch 32-Bit chroot verwenden. Dieses Verfahren ist aber nicht getestet und deshalb hier auch nicht beschrieben.

Danach legen Sie ein temporäres Verzeichnis an und wechseln in dieses. In diesem Verzeichnis werden ca. 1 GB benötigt:
christian@aero-linux:~$ mkdir ~/temp_lv
christian@aero-linux:~$ cd ~/temp_lv/

Legen Sie Ihre Labview-CD ins Laufwerk und warten Sie bis die CD eingebunden ist. In diesem Beispiel ist der Pfad zur CD /media/cdrom0 .
"alien" benötigt root-rechte, also als nächstes:
christian@aero-linux:~/temp_lv$ fakeroot

- oder alternativ -
christian@aero-linux:~/temp_lv$ sudo su

Nun können Sie die RPM-Pakete der CD konvertieren:
christian@aero-linux:~/temp_lv$ for paketname in /media/cdrom0/*rpm ; do alien -c $paketname ; done

Das dauert nun ein paar Minuten... in dieser Zeit könnten Sie sich die LabVIEW-Dienstleistungen einmal anschauen ;-)

Die Konvertierung der RPM-Pakete des Application Bilder funktioniert analog. Bitte achten Sie darauf, dass Sie beim Konvertieren ein separates Verzeichnis für Ihre "*.deb"-Pakete verwenden. Mehr dazu unten.

2. Installation

Installieren Sie die durch Konvertierung neu erzeugten Labview-Debian-Pakete mit
christian@aero-linux:~/Desktop/temp_lv$ sudo dpkg -i *.deb

Falls Sie mit 64-Bit-Linux arbeiten, dann bekommen Sie die Fehlermeldung
dpkg: Fehler beim Bearbeiten von labview-2009-core_9.0.0-1_i386.deb (--install):
Paket-Architektur (i386) paßt nicht zum System (amd64)

Diese Fehlermeldung können Sie mit dem Parameter "--force-architecture" unterdrücken, also:
christian@aero-linux:~/temp_lv$ sudo dpkg -i --force-architecture *.deb

Nach erfolgreicher Installation wechseln Sie in Ihr Heimatverzeichnis und starten LabVIEW:
christian@aero-linux:~/temp_lv$ cd
christian@aero-linux:~$ labview

Die deb-Pakete des Application Builders können analog installiert werden. Es ist wichtig, daß Sie den Application Builder nach Labview installieren, da das Labview-Runtime-Environment durch das des Application Builders ersetzt wird.
Viel Spaß! Nachdem nun LabVIEW auf Ihrem Rechner funktioniert, benötigen Sie vielleicht einen LabVIEW-Programmierer?

Einstellungen der Entwicklungsumgebung für die (EXE-)Applikation übernehmen

Wird mit dem "Application Builder" eine eigenständige Applikation erstellt, können die Labview-Optionen übernommen werden, in dem die Datei "Labview.ini" in Name der Anwendung.ini umbenannt und in der Datei die erste Zeile von "Labview" in "Name der Anwendung" umbenannt wird. Haben Sie keinen Application builder, dann können Sie sich Ihre VIs hier zu einer eigenständigen Anwendung kompilieren lassen.


Langsame "Build Array"-Funktion

Die "Build Array"-Funktion in Labview ist dazu geeignet, einzelne Werte oder Arrays zu einem neuen Array zusammenzufassen. Leider ist diese Funktion langsam, was insbesondere bei häufigen Aufrufen und großen Arrays langsamen VIs führt. Eine deutlich schnellere Alternative zur Verwendung der "Build Array"-Funktion ist die "Replace Array Subset"-Funktion. Dieses Beispiel-VI demonstriert den "Performance"-Gewinn der erreicht werden kann, wenn statt der "Build Array" die Funktion "Replace Array Subset" verwendet wird. Im Beispiel-VI wird ein Array erstellt mit 10^6 Integer-Werten gefüllt.

Erläuterungen zum Beispiel-VI:

Im 1. Durchlauf In dieser Schleife wird ein leerer Array initialisiert und konventionell nach-und-nach mit Werten aufgefüllt. Die benöigte Zeit wird gemessen.

Im 2. Durchlauf wird die ebenfalls ein aus fortlaufenden Werten bestehender Array erstellt. Im Unterschied zum ersten Durchlauf wird hier ein leerer Array initialisiert, der der Länge des fertigen Arrays entspricht. Bei Ausführung der FOR-Schleife werden die Werte nicht mehr angehägt, sondern ersetzt.

Labview-Ikone Beispiel-VI zum Ungehen der langsamen "Build-Array"-Funktion


Alternative zur Verwendung von lokalen und globalen Variablen

Bei der Arbeit mit globalen und lokalen Variablen muss gwissenhaft gearbeitet werden, da es für Aussenstehende oft sehr schwer nachzuvollziehen ist, wo und wann eine Variable ausgelesen bzw. geschrieben wird. Eine Abhilfe zeigt das Beispiel-VI: Hier wird ein VI dazu verwendet, Werte zu speichern. Vorteile:
  • das VI ist schnell
  • Das VI ist über das Speichern von Werten hinaus beliebig erweiterbar, etwa durch das Erzeugen einer Fehlermeldung, falls vor dem Speichern Werte ausgelesen werden o.ä.
Im Beispiel wird die Verwendung eines "mitdenkenden" VIs zum Speichern eines Wertes demonstriert.

Labview-Ikone Beispiel-VI zur Verwendung von VIs an stelle von lokalen Variablen.


Endlosschleife / VI abbrechen

Bei Ausführung eines VIs kann Labview in eine Endlosschleife geraten, die nicht mehr abgebrochen werden kann (beispielsweise wenn die Option "Show Abort button" in den "VI Properties" deaktiviert wurde). Sämtliche Einstellungen sowie ungesicherte Äderungen sind in diesen Fälen oft verloren.

Anhilfe: Ist Ihr VI unter Windows in eine Schleife gelaufen, dürcken Sie "Strg + Alt + Entf" um den Windows "Task Manager" zu starten. Unter Dem Register "Anwendungen" wählen Sie nun "Labview" aus und klicken Sie "Task beenden". Es erscheint ein Fenster, in dem Sie aufgefordert werden, das Abbrechen des Prozesses zu bestätigen. Tun Sie dies nicht und warten sie einen Augenblick. Nach kurzer Verzögerung öffnet Labview ein neues Fenster mit dem Hinweis "Quit will abort all running VIs".

Labview-Quit

Bestäigen Sie dies mit "ok". Wenn Sie ungesicherte Äderungen in Ihrem Programm haben, wird ein Dialog zum Speichern der VIs geöfnet. Möchten Sie nicht speichern, brechen Sie diesen Vorgang ab. Ergebnis: Die VIs sind angehalten, die Endlos-Schleife wurde beendet.
Sind sie an weiterer Unterstützung interessiert? Dann benötigen Sie einen Labview-Dienstleister ;-)

Mehr Platz im Blockdiagramm

Oft wird hat man als Labview-Programmierer das Problem, dass innerhalb einer WHILE- / FOR-Schleife oder innerhalb einer CASE-Struktur zu wenig Platz ist, da nach- und nach immer mehr Funktionen und Sub-VIs hinzugefügt werden. Eine triviale Mölichkeit den "Platz zu schaffen": Halten Sie die "Strg"-Taste gedrückt und ziehen Sie mit der Maus (linke Maustaste gedrückt halten) ein Fenster. Lassen Sie nun die Maustaste los: Eine Zusätzliche, leere Fläche mit dem Ausmaß des von Ihnen gezogenen Fensters wird eingefügt.


Verbindungen mit den Pfeiltasten schnell verschieben

Verbindungen / Drähte können nicht nur mir der Maus, sondern auch nach Anklicken mit den Pfeiltasten verschoben werden. Für schnelles Verschieben halten sie die Hochstell ("Shift"-)Taste und drücken dann die Pfeiltasten: Ca. 10-fach schnelleres Verschieben ist möglich.


Effizientes Kopieren von Elementen

Elemente im Front Panel wie auch im Blockdiagramm können einfach kopiert werden in dem 1. ein oder mehrere Elemente (Terminals, Sub-VIs ...) angeklickt werden. 2. Danach die "Strg"-Taste drücken und die Ikonen an eine neue Stelle ziehen: Alle Elemente werden kopiert und gleichzeig verschoben.


Kleine VI-Ikonen

(nur bis LabVIEW 7.1) Die Größe der VI-Ikonen kann frei bestimmt werden, wenn alle drei Ikonen (256 / 16 und 2 Farben) identische freie Flächen aufweisen. Im Beispiel ist dies illustriert.
Labview-Ikone Beispiel-VI mit kleiner Ikone



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